Vom Gussrahmen auf den Tisch
Bemalanleitung
Zehn Schritte, in dieser Reihenfolge. Du kannst jederzeit nach Schritt fünf aufhören und trotzdem eine gut aussehende Streitmacht auf dem Tisch haben. Die Haken merkt sich dein Gerät – fürs aktuelle Projekt.
Was du brauchst
Pinsel
Größe 1 für Flächen, Größe 0 für Details, ein alter ausgefranster für Trockenpinseln
Grundierung
Schwarz und Weiß aus der Spraydose, oder Airbrush
Farben
6–8 Töpfe reichen: deine drei Fraktionsfarben, Schwarz, Weiß, ein Metall, ein Wash
Werkzeug
Seitenschneider, Bastelmesser, feine Feile
Nasspalette
Selbstgebaut aus Frischhaltedose, Küchenpapier und Backpapier – hält Farbe stundenlang offen
Licht
Eine helle Tageslichtlampe bringt mehr als jede teure Farbe
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01
Vorbereiten
Teile vom Gussrahmen schneiden (nicht abbrechen), Gussgrate mit dem Rücken der Klinge abschaben. Plastikmodelle von Catalyst kurz in lauwarmem Spülwasser abwaschen, damit das Trennmittel weg ist. Zusammenkleben: Plastikkleber bei Plastik, Sekundenkleber bei Metall.
Kleben statt Grundieren zuerst – bei diesen kleinen Modellen lohnt sich Bemalen in Einzelteilen fast nie.
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02
Grundieren – zenithal
Erst komplett schwarz von unten und schräg, dann weiß oder hellgrau nur von schräg oben. Ergebnis: Licht und Schatten sind schon im Modell, bevor du die erste Farbe anfasst.
Bei 6-mm-Modellen ist das der größte einzelne Qualitätssprung. Dünne Schichten aus 20–30 cm Abstand, lieber dreimal.
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03
Grundfarbe auftragen
Hauptfarbe auf 60–70 % der Fläche. Farbe mit einem Tropfen Wasser verdünnen und zwei bis drei dünne Schichten geben statt einer dicken. Alternative für Tempo: Contrast- oder Speedpaint direkt über die zenithale Grundierung – damit ist eine Lanze an einem Abend fertig.
Regel: helle Farbe zuerst, dunkles Trim danach darüber. Eine dunkle Linie auf Hell ist leichter zu ziehen als umgekehrt.
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04
Trim und Panels
Zweitfarbe auf etwa 20–30 % – Schultern, Hüfte, eine Beinseite, Waffenverkleidungen. Halte dich an klar abgegrenzte Panzerplatten, dann sieht es wie Konstruktion aus und nicht wie Bemalung.
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05
Waschen / Shade
Verdünntes Nuln Oil oder Agrax Earthshade in die Vertiefungen, Panellinien und Gelenke. Bei kleinen Modellen gezielt mit der Pinselspitze arbeiten, nicht das ganze Modell fluten.
Überschuss sofort mit einem sauberen, trockenen Pinsel abnehmen.
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06
Kanten und Trockenpinsel
Mechs bestehen fast nur aus Kanten – das ist ihr großer Vorteil. Trockenpinsel mit einer helleren Version der Grundfarbe über das ganze Modell, danach einzelne Kanten mit noch hellerem Ton nachziehen.
Pinsel wirklich trocken abstreifen, bis kaum noch Farbe abgeht. Erst dann ansetzen.
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07
Details
Cockpitglas: dunkles Blau oder Grün, darauf ein kleinerer hellerer Bogen, dann ein winziger weißer Punkt oben links. Waffen und Gelenke: Leadbelcher mit Nuln Oil. Sensoren und Warnleuchten: reines Rot ohne Wash.
Das Cockpit ist bei diesen Modellen der Blickfang. Wenn nur ein Detail sauber wird, dann dieses.
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08
Markierungen
Fraktionswappen, Lanzennummern und Warnstreifen. Nassschiebebilder sind auf 6 mm deutlich sauberer als Freihand – mit Weichmacher (Micro Set / Micro Sol) legen sie sich in die Panzerkanten. Streifen gehen gut mit schmalem Maskierband.
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09
Verwittern
Absplitterungen mit einem Stück Küchenschwamm und dunklem Braungrau auftupfen, Staub an den Beinen mit Trockenpinsel, Ruß an den Mündungen. Sparsam bleiben: mehr als drei Effekte kippen ins Diorama.
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10
Basen und Versiegeln
Base texturieren, Randfarbe passend zur Spielmatte, Grasbüschel oder Schotter. Zum Schluss zwei dünne Schichten Mattlack – diese Modelle werden im Spiel dauernd angefasst.
Bei Metallmodellen von Iron Wind lohnt sich zusätzlich Glanzlack unter den Mattlack, das hält deutlich besser.
Vier Regeln, die bei 6 mm den Unterschied machen
Drei Farben, nicht mehr
60–70 % Hauptfarbe, 20–30 % Trim, unter 10 % Akzent. Auf Spielentfernung wirkt alles darüber unruhig.
Kontrast schlägt Feinheit
Die Modelle sind 25–40 mm hoch. Weiche Übergänge verschwinden, harte Kanten und klare Farbblöcke bleiben sichtbar.
Lanzenweise malen
Vier Modelle gleichzeitig durch jeden Schritt. Gleiche Farbe, ein Pinselgang, viermal ausgenutzt.
Erst spielen, dann perfektionieren
Grundierung plus Grundfarbe plus Wash sieht auf dem Tisch bereits vollständig aus. Alles Weitere kannst du jederzeit nachlegen.
Ablaufplan: erste Lanze
- Vier Modelle zusammenbauen und entgraten
- Schwarz grundieren, dann von oben grau aufhellen
- Fraktionsfarbe in zwei dünnen Schichten
- Trimfarbe auf Schultern und Hüfte
- Wash in die Fugen, Überschuss abnehmen
- Trockenpinsel mit der aufgehellten Grundfarbe
- Cockpit, Waffen, Sensoren
- Basen und Mattlack